Werk
Niccolò Paganini
Violinkonzert Nr. 3
E-Dur, Op. 50
1826
Interpretation
Charles Dutoit
London Philharmonic Orchestra
Salvatore Accardo (Violine)
Aufnahme
1975
Barking Town Hall, London
Deutsche Grammophon
Rainer Brock (Produzent)
Hans Weber (Produktionsleiter)
Günter Hermanns (Toningenieur)
Foto © Paolo Gianbarberis
Klangqualität
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Natürlichkeit, Balance, Präsenz, Transparenz, Räumlichkeit
Frühromantisches Gesamtstatement in sattem Sound
Zuweilen hört man, die ernstzunehmenden Violinkonzerte der Romantik wären an einer Hand abzuzählen: Mendelssohn, Tchaikovsky, Brahms, Bruch, Sibelius und vielleicht noch Dvořák. Diese gängige Aufzählung ignoriert komplett, dass Paganini ebenso viele Violinkonzerte geschrieben hat. Klar, Paganini ist mehr an der Virtuosität der Solostimme interessiert als an der symphonischen Behandlung des Orchesters und seine Harmonie mag nicht an die der Hochromantik heranreichen, doch die Melodik, der Einfallsreichtum sowie die souveräne und freie Behandlung und Kombination der von der Klassik geerbten musikalischen Formen, die wir in seinen Violinkonzerten vorfinden, stehen für sich und erhalten einen eigenen, besonderen Platz in der Musikgeschichte. Die Violinkonzerte Paganinis sind frühromantische Meisterwerke, die erfreuen und uns Quelle der Inspiration sind. Darum sind die besten Einspielungen die, welche nicht bloss zeigen wollen, wie toll die Solistin oder der Solist spielen kann, sondern die Konzerte Paganinis breitbrüstig und als ganzes Kunstwerk, sozusagen als Gesamtstatement inszenieren. Genau dies ist der Fall bei der DG-Aufnahme des 3. Violinkonzerts von Accardo und den Londoner Philharmonikern: ein einziger grosser, sich dramatisch entwickelnder, musikalischer Spannungsbogen in sattem Sound.
