Werk
Niccolò Paganini
Violinkonzert Nr. 6
e-Moll, Op. 75
1815
Interpretation
Alexei Gorokhov (Violine)
Chamber Orchestra of the Kiev T. Shevchenko Opera and Ballet Theatre
Aufnahme
1977
All-Union Recording Studio, Moskau
Melodiya
Klangqualität
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Natürlichkeit, Balance, Präsenz, Transparenz, Räumlichkeit
Wenn Klangdimensionen verschmelzen
War Accardo sozusagen der Paganini des Westens, dürfte Gorokhov als Paganini des Ostens gegolten haben. Mit dem Kammerorchester der Kiewer Oper hat er den ganzen Zyklus der Violinkonzerte Paganinis eingespielt, interpretatorisch eine Glanzleistung, sowohl was den russischen Solisten als auch das ukrainische Orchester betrifft, und damit ganz auf Augenhöhe mit dem westeuropäischen Zyklus. Klanglich liegen die Vorteile jedoch bei der Deutschen Grammophon. Bei den Konzerten mit Gorokhov gibt es grosse Unterschiede und oft herrscht ein dumpfes und zu raues Gesamtklima vor. Im letzten Violinkonzert (oder werk-chronologisch wohl eher im ersten) haben die Toningenieure von Melodiya im Moskauer All-Union Aufnahmestudio das Rennen zur Mondlandung jedoch gewonnen. Paganini-Genuss in imposantem, durchsichtigem, vollem Sound! Besonderes Highlight: Wenn Gorokhov zweistimmig spielt, scheinen die räumlichen Klangdimensionen zu verschmelzen.
