*80 Beethoven: Symphonie Nr. 3

Werk
Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 3 – „Eroica“
Es-Dur, Op. 55
1804

Interpretation
Herbert von Karajan
Berliner Philharmoniker

Aufnahme
1962
Jesus-Christus-Kirche, Berlin
Deutsche Grammophon
Elsa Schiller (Produzentin)
Otto Gerdes (Produktionsleiter)
Günter Hermanns (Toningenieur)
Foto © Siegfried Lauterwasser

Klangqualität
⭐️⭐️⭐️
Natürlichkeit, Balance, Präsenz, Transparenz, Räumlichkeit

Akustik der Erhabenheit
Von der Eroica gibt es eine legendäre Aufnahme von Hermann Scherchen mit dem Orchester der Wiener Staatsoper auf Westminster von 1959, bei deren intensiven und feurigen Interpretation sich die Beethovenspezialistinnen und Musikkritiker bis heute nicht sicher sind, ob man sie genial oder miserabel nennen soll. Leider lässt hier aber die Klangpräsenz einiges zu wünschen übrig. Besser in dieser Hinsicht ist es bei Böhm und den Wiener Philharmonikern. So richtig zum Jubeln gebracht wird unsere Hörschnecke aber von Karajan und den Berlinern auf der Aufnahme der Deutschen Grammophon der nicht minder legendären Beethoven-Box von 1962. Die schwebende, majestätische Akustik der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem ist sowohl in tiefer Räumlichkeit als auch durchdringender Präsenz umgesetzt. Gegenüber späteren typischen Karajan-Aufnahmen ist der Gesamt-Orchesterklang homogener und vordergründiger. Die Streicher ertönen nicht wie aus dem Seitenschiff der Kirche und die Hörner kleben nicht irgendwo in der Apsis. Sogar die bei Karajan sonst eher unterwürfigen Holzbläser erklingen hier richtig funkelnd und farbenreich. Alles in allem erleben wir hier den Höhepunkt von Beethovens heroischer Schaffensphase, diesen Soundtrack zur europäischen Revolutionsepoche, in einer gradlinigen, authentischen und starken Version, kurz: in heldenhafter Erhabenheit, wie sie von Beethoven intendiert ist.

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