*71 Mozart: Die Zauberflöte

Werk
Wolfgang Amadeus Mozart
Emanuel Schikaneder (Text)
Die Zauberflöte
KV 620
1791

Interpretation
Otmar Suitner
Staatskapelle Dresden
Rundfunkchor Leipzig

Helen Donath (Sopran)
Sylvia Geszty (Sopran)
Peter Schreier (Tenor)
Günther Leib (Bariton)
Theo Adam (Bass)

Renate Hoff (Sopran)
Hanne-Lore Kuhse (Sopran)
Gisela Schröter (Mezzo)
Annelies Burmeister (Alt)
Harald Neukirch (Tenor)
Siegfried Vogel (Bass)

Aufnahme
1970
Lukaskirche, Dresden
Eterna

Klangqualität
⭐️⭐️⭐️
Natürlichkeit, Balance, Präsenz, Transparenz, Räumlichkeit

Klangstarkes Hörerlebnis sinnenfreudiger Melodik
Mozarts Zauberflöte mit ihren vielen schönen Melodien gehört zu den allzeit beliebten Opern. Es verwundert nicht, dass wir viele Aufnahmen mit tollen Besetzungen vorfinden. Doch es scheint eine Gesetzmässigkeit zu geben: Je berühmter das Werk ist und je mehr Einspielungen es gibt, desto geringer ist die Quote der audiophilen Aufnahmen. Von der Zauberflöte gibt es tatsächlich nur zwei Aufnahmen auf Vinyl, die für ein klangstarkes Hörerlebnis zu empfehlen sind. Da wäre einmal die Zauberflöte von Wolfgang Sawallisch mit dem Orchester der Bayerischen Staatsoper von 1973 auf EMI Electrola mit einer weiten Räumlichkeit sowie mit der legendären Königin der Nacht von Edda Moser, deren interstellare Arie „Der Hölle Rache“ mittlerweile unser Sonnensystem verlassen hat.

Und die andere Zauberflöte, ebenfalls mit Peter Schreier und Theo Adam, wurde drei Jahre früher aufgenommen und ist eine gesamt-ostdeutsche Produktion: Der Dirigent, Otmar Suitner, ist zu jener Zeit Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, das Orchester ist die Staatskapelle Dresden, der Chor kommt aus Leipzig, die Sängerinnen und Sänger sind aus den Opernhäusern von Ost-Berlin und Dresden und das ganze wird vom VEB Deutsche Schallplatten für Eterna aufgenommen. Die einzige Beteiligung aus dem Westen ist Helen Donath, die der Pamina ihre goldige und glasklare Stimme verleiht, die wir Dank bester Tontechnik auch als solche geniessen dürfen. Gegenüber der Einspielung aus München hat diese Aufnahme aus der Dresdner Lukaskirche insgesamt eine grössere Transparenz und Klangpräsenz aufzuweisen. So ertönt die Königin der Nacht von Geszty, obwohl der interpretatorische Auf-Leben-und-Tod-Moment von Moser unerreichbar bleibt, insgesamt dennoch dramatischer und gewaltiger. Auch alle anderen Solistinnen und Solisten klingen offener, kräftiger und lustvoller. Wir sind derart nahe bei ihnen, wir hören ihren Atem, wir spüren ihn. Wer jetzt noch die Augen schliesst, ist mitten im Geschehen. Mozarts farbenfrohe Zauberwelt voll sinnenfreudiger Melodik und pfeifender Paradiesvögel öffnet sich auf der akustischen Bühne in voller Breite.

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