Werk
Edvard Grieg
Klavierkonzert
a-Moll, Op. 16
1868
1907 (letzte Bearbeitung)
Interpretation
André Previn
London Symphony Orchestra
Radu Lupu (Klavier)
Aufnahme
1973
Kingsway Hall, London
Decca
Michael Woolcock (Aufnahmeleiter)
Kenneth Wilkinson (Toningenieur)
Foto © Tom Parker
Klangqualität
T&T ⭐️⭐️⭐️
Mystik, Natürlichkeit, Balance, Präsenz, Transparenz, Räumlichkeit
Hochgefühl des immersiven Klangs
Decca und Klaviermusik ist ein interessantes Thema. Gemäss den verfügbaren Tonträgern aus der Stereo-Zeit gibt da nämlich eine seltsame Diskrepanz zu beobachten. Während die Aufnahmen von Solo-Klaviermusik meistens mit dumpfem, trockenem Klang enttäuschen, sind die der Klavierkonzerte fast immer von herausragender Qualität. Deccas Toningenieure haben es eindeutig lieber gross. Sie sind Meister des Orchesterklangs. In diesem eingebettet, gibt es bei Decca den brillanten und naturechten Klaviersound. Ein eindrückliches Zeugnis dafür legt uns die Decca-Einspielung von Griegs Klavierkonzert mit Radu Lupu dar. Das Kleinod unter den romantischen Klavierkonzerten ist sowohl bei der Hörerschaft wie bei Pianistinnen und Pianisten sehr beliebt und es gibt sehr viele Aufnahmen davon. Doch in keiner anderen schlagen unsere Kriterien der Klangqualität so nach oben aus, wie bei Lupu, Previn und den Londoner Symphonikern. Du hörst kein Orchester oder dieses oder jenes Instrument, keinen ersten oder zweiten Satz, nicht einen bestimmten Rhythmus, keine bestimmte Phrasierung oder Dynamikveränderung, nein, du bist einfach mittendrin, im Musikereignis selbst. Um dich herum nichts als Griegs Klangwelt. Der ganz Flow nimmt dich mit, worin immer du auch gerade bist, und trägt dich fort. Ein einziges Hochgefühl! Bis dich der Schlussakkord aus der Zeitlosigkeit reisst und du dich fragst: Was schon fertig? Und du dann, immer noch klangtrunken, die Nadel wieder vorne auflegst… Immersiver Klang, einfach, analog und echt, Jahrzehnte vor 3D, High Resolution und Audio-Algorithmen.
