Werk
Wolfgang Amadeus Mozart (zweifelhaft)
Johann Friedrich Eck (zugeschrieben)
Violinkonzert Nr. 6
Es-Dur, KV 268 (Anh. C 14.04)
~1780
Interpretation
Yehudi Menuhin (Violine)
Bath Festival Orchestra
Aufnahme
1964
Kingsway Hall, London
EMI
His Master’s Voice
Foto © Axel Poignant
Klangqualität
⭐️⭐️⭐️
Natürlichkeit, Balance, Präsenz, Transparenz, Räumlichkeit
Endzweck des Tonträgers erreicht
Zum Glück nahm Menuhin auch das früher Mozart zugeschriebene sechste Violinkonzert mit auf das Festival-Programm und dann auch in seinen Mozart-Zyklus mit dem Bath Festival Orchestra. Denn es galt schon damals als zweifelhaft, ob es tatsächlich gänzlich aus der Feder Mozarts stammt. Heute sprechen Indizien dafür, dass Johann Friedrich Eck, ein Zeitgenosse Mozarts, das Werk komponiert hat – und nun spielt es erst recht niemand mehr… Völlig zu Unrecht, denn das Violinkonzert ist ein echter Leckerbissen. Umso mehr im saftigen EMI-Klang der Menuhin-Aufnahme von 1964. Das klingt so nah und voll, aber auch so leicht und lustvoll. Das Cover-Bild der Original-Ausgabe passt perfekt zu dieser Stimmung: Vor der gewichtigen, halb römischen, halb gotischen Szenerie ein paar Tauben und von rechts guckt Menuhin verschmitzt grinsend rein. „Kommt rein, wir machen jetzt Mozart!“ Yehudi Menuhin war ein grossartiger Musiker, vielleicht nicht obwohl, sondern weil er bescheiden blieb und den Spass an der Musik immer bewahrte. Die brillante EMI-Aufnahme ist seiner absolut würdig. Wenn die Akustik der Kingsway Hall, der aufgenommene Klang und schliesslich die Rillen im Vinyl, das alles zusammen in der Lage ist, diesen Spass an der Musik bis heute zu vermitteln, dann ist der Endzweck des Tonträgers erreicht.
