Chopin: Klavierkonzert Nr. 2

Werk
Frédéric Chopin
Klavierkonzert Nr. 2
f-Moll, Op. 21
1830

Interpretation
Jacek Kasprzyk
Polish Radio National Symphony Orchestra
Piotr Paleczny (Klavier)

Aufnahme
1979
Kattowitz
Polskie Nagrania Muza
Antoni Karużas (Produktionsleiter)
Krystyna Diakon (Toningenieurin)

Klangqualität
T&T ⭐️⭐️
Mystik, Natürlichkeit, Balance, Präsenz, Transparenz, Räumlichkeit

Konzertflügel als Gravitationszentrum
Wer eine perfekte Interpretation von Chopins Klavierkonzert Nr. 2 hören möchte, greift zu Zimerman-Giulini auf DG; wer sie in klangschöner Räumlichkeit bevorzugt, nimmt Vásáry-Kulka, ebenfalls auf DG; bei Weissenberg-Skrowaczewski auf EMI erhält man das Konzert zudem im vollen, audiophilen Klang; wer aber das tief und tausendfache Hörerlebnis sucht, für die oder den gibt es einen Geheimtipp: Paleczny-Kasprzyk auf Muza. Eine derartige Präsenz eines Konzertflügels auf einem Tonträger findet man echt selten, eigentlich nie. Wie soll man das beschreiben? Episch? Legendär? Gigantisch? Titanisch? Paleczny ist sowas wie ein polnischer Chopin-Nationalheld. Der hat Chopin in Mark, Bein und Blut. Wenn er in die Tasten greift, öffnet sich das gesamte Klangspektrum und besetzt sofort den ganzen Raum, ja der Klangkosmos des Klaviers scheint gar den verfügbaren Raum doch auszudehnen. Dass dabei die Transparenz des Orchesters etwas darunter leidet, ist nicht zu vermeiden. Gleichsam einem Stern, der als Gravitationszentrum alle Materie um sich herum an sich zieht, saugt das Klavier die umgebenden Harmonien sowie die begleitenden Stimmen in die eigene Dynamik auf, und dort verschmelzt alles zu einem einzigen Rausch. Das Jugendwerk Chopins wird hier maximal skaliert.

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