Werk
Ludwig van Beethoven
Klaviersonate Nr. 2
A-Dur, Op. 2,2
1795
Interpretation
Alfred Brendel (Klavier)
Aufnahme
1978
Philips
Cover Foto © Christina Burton
Klangqualität
⭐️⭐️⭐️
Natürlichkeit, Balance, Präsenz, Transparenz, Räumlichkeit
Apodiktik im Moment
Meisterstücke, Lehrstücke, Laboratorien, Ergebnissicherungen, Kreativitätsergüsse, Seelenbilder… Was sind Beethovens Klaviersonaten? Auf jeden Fall vielschichtig und unergründlich. Es gibt hunderte Weisen sie zu interpretieren. Welche Weise die richtige ist, darüber lässt sich streiten, darüber sind Bibliotheken geschrieben und Foren abgehalten worden. Für die Aufnahme der Sonaten auf einen Tonträger hingegen gibt es nur eine richtige Weise: der Klang des Flügels in räumlicher Brillanz und Weite muss möglichst ungefiltert und in sich ausgewogen eingefangen werden. Über die Kriterien der Klangqualität lässt sich nicht streiten, das auditive Argument beim Hörgenuss ist apodiktisch. Darum lehnt sich niemand aus dem Fenster, der behauptet, es gebe klanglich keine bessere Aufnahme der 2. Klaviersonate als die von Brendel auf Philips. Wenn du die Augen schliesst, und es für einen Moment möglich sein könnte, dass bei dir im Raum keine Musikanlage, sondern der Flügel selbst steht, Brendel bei dir im Wohnzimmer, dann hast du die richtige Aufnahme gefunden.
