*72 Mozart: Don Giovanni

Werk
Wolfgang Amadeus Mozart
Lorenzo da Ponte (Text)
Il dissoluto punito, ossia Il Don Giovanni
KV 527
1787

Interpretation
Otto Klemperer
New Philharmonia Orchestra
New Philharmonia Chorus

Claire Watson (Sopran)
Mirella Freni (Sopran)
Christa Ludwig (Mezzo)
Nicolai Gedda (Tenor)
Walter Berry (Bariton)
Nicolai Ghiaurov (Bass)

Paolo Montarsolo (Bass)
Franz Crass (Bass)

Aufnahme
1966
Abbey Road Studios, London
EMI
His Master’s Voice

Klangqualität
⭐️⭐️⭐️
Natürlichkeit, Balance, Präsenz, Transparenz, Räumlichkeit

Starke Stimmen in bestem Abbey-Road-Sound
Ist man auf der Suche nach der interpretatorischen Referenzaufnahme von Mozarts Meisterwerk, wird man von einer guten Zweidrittelmehrheit der Opern-Community zu Giulinis Aufnahme von 1959 auf EMI mit Eberhard Wächter in der Rolle des Don Giovanni geführt. Sucht man aber unter audiophilem Gesichtspunkt und vergleicht dazu die verfügbaren Einspielungen in ihren digitalisierten Versionen, klingt die Live-Aufnahme aus den Salzburger Festspielen 1977 von Böhm auf Deutsche Grammophon mit Sherrill Milnes vielversprechend. Beim Vergleich auf Vinyl wird jedoch schnell klar, dass die Aufnahme von Klemperer 1966 ebenfalls auf EMI alle anderen überragt. Der Produktion aus dem Studio an der Abbey Road fehlt es an nichts. Alle Beteiligten stehen in voller, kräftiger und räumlicher Klangpräsenz sowie in perfekter Balance zueinander. Volle Punktzahl, auch wenn die Tontechnik oder die Vinyl-Materialität im Tutti-Fortissimo an ihre Grenzen kommt.
Die sängerische Besetzung ist hochkarätig. Welch wunderbare Idee, Ghiaurov die Titelpartie singen zu lassen! Er verleiht der Figur des Don Giovanni eine ernsthafte, gar dämonisch-tragische Tiefe. Besonderes Highlight sind die drei Damen in ihrer Verschiedenheit und Komplementarität, drei jeweils ganz anders klingende, starke Stimmen, passend zu den drei Charakteren und ihrem jeweiligen Schicksal: der strahlende Sopran von Watson passend zur tugendhaften Donna Anna, der tiefgründige Mezzosopran Ludwigs zur grüblerischen und leidenden Donna Elvira und als Sahnehäubchen zum Ganzen die zauberhafte Stimme von Freni zur unschuldigen Zerlina. Alles in bestem Abbey-Road-Sound.

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